Ingenieurbüro Dr.-Ing. Horst Scheel
Auftreten von Spanndrahtbrüchen

Das Auftreten von Spanndrahtbrüchen stellt ein besonderes Sicherheitsproblem dar, weil es durch sie zum plötzlichen Versagen von Spannbetonbauteilen kommen kann. Besonders problematisch sind einige vergütete Spannstähle, bei denen in der Vergangenheit wiederholt Brüche aufgetreten sind, ohne dass es äußere Anzeichen oder besondere Einwirkungen gab. Bei den besonders spannungsrisskorrosionsempfindlichen vergüteten Spannstählen scheint eine Frühschädigung vor oder während des Einbaus auszureichen, um zu einem späteren Bruch zu führen, selbst wenn der Spannstahl vollständig von alkalischem Verpressmörtel umgeben ist.
Bei mangelhaftem Verpresszustand und von außen eintretenden korrosiven Medien (z. B. Tausalze) sind alle Arten von Spannstählen bruchgefährdet.

Ortung von Spanndrahtbrüchen

Spanndrahtbrüche lassen sich durch den Nachweis eines magnetischen Streufeldes an Bruchstellen magnetisierter Spanndrähte orten. Das Verfahren ist anwendbar auf alle Arten von Spannbeton, insbesondere auch auf Spannbeton mit nachträglichem Verbund, bei dem die Spanndrähte in einem Hüllrohr aus Stahlblech verlaufen. Selbst in dieser am schwierigsten zu prüfenden Bauweise sind Brüche einzelner Spanndrähte nachweisbar.

Das Bruchsignal und seine Zuordnung zur Bruchstelle 
                                                                                   
Elektromagnet mit Sensoren während einer Untersuchung

Nach dem Aufmagnetisieren des Spannglieds mittels eines regelbaren Elektromagneten wird das magnetische Streufeld entlang dem Spannglied mit geeigneten Sensoren gemessen. Um Bruchsignale von Störsignalen, die von der schlaffen Bewehrung ausgehen, trennen zu können, werden mehrere Messungen in verschiedenen magnetischen Zuständen durchgeführt.
Die Untersuchungen können von der oberen, der unteren oder einer seitlichen Betonoberfläche aus durchgeführt werden.

Aufwand

Der Untersuchungsaufwand hängt von den baulichen Randbedingungen, bereits vorliegenden Kenntnissen und dem gesamten Untersuchungsumfang ab. Nach Klärung dieser Fragen lässt sich der Untersuchungsaufwand einschätzen.