Ingenieurbüro Dr.-Ing. Horst Scheel

Ermittlung von Spanngliedlagen

Das Orten von Spanngliedern wird erforderlich, wenn ihre Lagen nicht hinreichend genau bekannt sind und Bohrungen in den Spannbeton gesetzt werden sollen, Untersuchungen an den Spanngliedern durchgeführt werden sollen oder die Lagen für statische Nachrechnungen erfasst werden müssen.

Einsetzbare Geräte

Betondeckungsmesser

Bei kleinen Betondeckungen der Spannglieder kann deren Ortung mit einem Betondeckungsmesser, wie z. B. dem Ferroscan von Hilti, erfolgen. Das Ortungsgerät, das im wesentlichen aus einem elektrischen Schwingkreis besteht, der durch ferromagnetische Stoffe in seiner Nähe verstimmt wird, wird dazu über den Beton gerollt und die Lage stählerner Einbauteile wird auf einen Display angezeigt.

Georadar

Im allgemeinen Fall wird ein Georadar-System mit speziell für Betonuntersuchungen konstruierten Antennen genutzt. Die Antenne strahlt elektromagnetische Pulse ab, die an Grenzschichten von Materialien mit unterschiedlicher Dielektrizitätskonstante reflektiert wird. Die Anteil reflektierter Energie ist umso größer, je stärker sich die Dielektrizitätskonstanten unterscheiden. An Grenzschichten zwischen Nichtmetallen und Metallen findet eine Totalreflektion statt - die Energie wird vollständig reflektiert. Das prädestiniert das Radar-Verfahren für die Ortung metallischer Einbauten, wie Spannglieder. Ein Teil der Energie wird allerdings bereits an der schlaffen Bewehrung reflektiert, die Bewehrungsdichte und -anordnung setzt der Ortbarkeit von Spanngliedern damit Grenzen.



Spanngliedortung mit Georadar. Die Pfeile markieren die Signale, die durch Reflexionen an den Spanngliedern hervorgerufen werden. Die horizontale Achse ist die Wegachse entlang welcher die Antenne quer zum Spanngliedverlauf bewegt wurde. Die vertikale Achse gibt die Laufzeit an. Aus der Laufzeit kann auf die Tiefenlage geschlossen werden.